Scham

Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben 2018 | Uraufführung am 30. November 2018, Theater Oberhausen | Regie: Ulrike Günther, Ausstattung: Andreas A. Strasser, Dramaturgie: Patricia Nickel-Dönicke, Ensemble: Susanne Burkhard, Banafshe Hourmazdi, Ingrid Sanne | Der Text entstand in Kollaboration mit Claudia Seigmann und während des Lehrgangs FORUM Text des DRAMA FORUM von uniT 2016-2018.

Drei Frauen. Drei Generationen. Ein Kaffeekränzchen. Mutter hat sich bemüht, einen Kuchen zu backen, weil die Tochter sich samt Frau zu einem Besuch angekündigt hat, um dringend etwas loszuwerden. Doch die Frau kommt nicht mit und Großmutters Hunger bestimmt das Beisammensein. Immer wieder erleben die Frauen diese scheinbar gleiche Esstischszene und erzählen ihre Situation aus ihren je eigenen Perspektiven. In jeder Wiederholung ändern sich Gesagtes und Nicht-Gesagtes der Figuren – und führen unweigerlich zum Konflikt. Wahrheit und Lüge, Scham und Schamlosigkeit, Vergessen und Erinnern sind die thematischen Eckpfeiler, um die sich das Stück dreht. Es geht um das Aussprechen von Unaussprechlichem und die Überwindung weiblicher Scham in einem patriarchalen System. In einer fragmentarischen Erzählweise werden (Macht-)Mechanismen des Sprechens und der Sprachlosigkeit verhandelt, die am Beispiel einer familiären Situation wie in einem Versuchslabor durchgespielt werden.




Schnee

Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben 2017 | frei zur UA | Der Text entstand während des Lehrgangs FORUM Text des DRAMA FORUM von uniT 2016-2018.

Eine Frau, Frau Oswald, wurde nach langer Zeit letztlich tot in ihrer Wohnung gefunden. Nun wird in der NachbarInnenschaft gerätselt. Wie konnte ihr Tod solange unbemerkt bleiben? Warum hat sie niemand vermisst? Wer hat sie zuletzt gesehen? Die Suche nach Antworten führt zu zwischenmenschlichen Begegnungen. Doch diese bleiben bloß scheinbare Kommunikationsversuche, denn im Gespräch und in dessen Stillständen treten allein die eigenen Einsamkeiten zu Tage.




Wo verdammt ist Frau Wermes?

Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben 2014 | Uraufführung am 16. Mai 2015, Landestheater Niederösterreich | Regie: Caroline Welzl, Ausstattung: Stefanie Muther, Dramaturgie: Julia Engelmayer, Musik: Sain Mus (Philipp Erasmus und Clemens Sainitzer), Ensemble: Dora Balog, Simon Jaritz, Daniel Keberle, Claudia Kottal, Anna Kramer, Marcel Mohab

»Eine wirklich schauspielerische großartige Leistung, tolle rhythmische Sprache und Performance sowie Wandelbarkeit der jeweilig verlangten Charaktere und sehr gute musikalische Singstimmen dieser sechs SchauspielerInnen! Außerdem auffallend raffinierte, wandelbare Kostüme […] und eine gut ausgeklügelte, hervorragende Regie! […] Zum Inhalt des Stückes selbst, das 2012 den Peter Turrini-Dramatikerpreis erhielt: Es ist eine Reportage, die vom Reporter Munk im Stück gebracht wird, die die Missstände und Widerstände am Arbeitsamt zeigen soll, die Schwierigkeit überhaupt Arbeitsplätze zu haben oder zu schaffen (im Stück kann das nur der Kranführer, der hie und da einen Arbeiter erschlägt) und die Lust aus einem robotermäßig ablaufenden Arbeitsjob und Arbeitstag auszubrechen, vor allem wenn einem die ansonsten mit Süßspeisen versorgende Kollegin in die Südsee abhanden gekommen ist und obendrein noch eine Karte sendet. – Soweit so gut und einfallsreich! Versteht man das Stück als Komödie, ist alles gut! […] Ein lockeres und spannendes Bühnenereignis!«

Eva Riebler-Übleis, LitGes




Fensterfummeln

Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben 2014 | frei zur UA

Egal was gewesen sein wird, wir Menschen werden dafür verantwortlich gemacht werden können. Wir sind da, kreieren und sind dabei letztlich selbst nur Ware wie all unsere Produkte. Wir stellen aus, bewerben, werden umworben und verdrängen dabei, dass sich vor, in und hinter dem Schaufenster etwas Lebendiges regt, etwas, das sich unserem Konsumverhalten widersetzen möchte. Das MANNEQUIN fragt nach, die STRIPPERIN wird vor unseren Augen zur KARRIERISTIN, MISTER PROPPER befriedigt das menschliche Sehbegehren durch streifenfreie Klarsicht und am Eck klagt das HÄUFCHEN ELEND. Trotzdem läuft der Kreisquadrierer METON nur immer wieder am Schaufenster vorbei, ständig mit dem Ziel vor Augen, die Antwort auf die einzige Frage zu finden: Wo ist Lindemann? Denn der wüsste zu handeln.




Zyklop

oder eine phantasmagorische Reise zum dunklen Firmament

Aufführungsrechte Felix Bloch Erben 2014 | frei zur UA

Wie bereits sein Vater lebt auch FINN in seiner eigenen depressiven Landschaft. Seine Erkrankung schirmt ihn von der Außenwelt beinahe gänzlich ab, nur noch mit seinem Fotoapparat hält er Momentaufnahmen seines unmittelbar realen VIS-A-VIS fest: die Nachbarin, die Therapeutin und den jungen Mann, der regelmäßig im Park an ihm vorbeiläuft. Diese Augenblicke verschwimmen mit den ERINNERUNGEN an seine toten Eltern und eine Zeit, die weder ist noch jemals wieder sein wird. Dafür sorgt der alles verneinende Blick der DEPRESSION, der Finns Sicht auf seine Umgebung bestimmt und eine Zukunft im Außen völlig verunmöglicht.




leben lügen lagern

Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben 2014 | Uraufführung am 11. Juni 2010, Staatstheater Mainz | Regie: Luzius Heydrich, Ausstattung: Carola Volles, Dramaturgie: Barbara Stößel, Ensemble: Stefan Graf, Verena Bukal, Jan-Philip Frank, Johanna Paliatsou, Tatjana Kästel

»Tondls parabolische Groteske entfaltet in Heydrichs Inszenierung im Verlauf von siebzig Minuten ein makabres Flair im Stil des Menschenfresserfilms „Delikatessen“ und zeigt wunderbare surreale Momente, so sehr Stimmung und Thesenhaftigkeit des Stücks auch gelegentlich an Stücke von Mrozek, Gombrowicz, Dürrenmatt oder Peter Weiss‘ Ungang mit Formen der Groteske erinnern mögen. Bei Claudia Tondl prallen die holzschnittartigen Figurentypen mal explosiv, mal verspielt aufeinander und dürfen unter dem Dauerklang einer ewiggleichen Tangomusik so lange zappeln und die dunkel-fantastische Realität des Geschehens in die Schwebe bringen, bis „Mäx“ sie einkassiert und endlagert wie einen Totenkopf des Doktor Hannibal Lecter. Ein gelungenes Stück in geglückter Uraufführung.«

Marcus Hladek, nachtkritik




Entkörperung.Zwei.Null

Uraufführung am 18. Jänner 2012, KosmosTheater Wien, eine Produktion von theater ångstrøm | Regie: Dora Schneider, Bühne: Christian Weißenberger, Kostüm: Silke Fischer, Musik: Thomas Richter, Ensemble: Deniz Cooper, Karola Niederhuber, Mirko Roggenbock, Katharina Solzbacher

»Slapstick und Geblödel auf hohem Niveau übernimmt also von Beginn an das Kommando im Stück. Gesellschaftskritik sondiert sich als Komödie, wobei die Gesellschaftskritik sich eher automatisch ergibt, als, dass es deutlich im Vordergrund steht, vielmehr schwebt es geradezu wie ein Damoklesschwert über dem Stück […] Die vier Darsteller/innen bewegen sich sehr überzeugend in diesem Raum, kombinieren mit großem Können die Überdrehtheit der gezeichneten Figuren mit den wunderbaren Textfolgen und Satzideen von Claudia Tondl.«

Manfred Horak, Kulturwoche.at